Ein Lastenrad vor einem Geländer
© Felix Strohbach

Aussortieren. Lastenrad mieten. Sachen spenden.

Bücher, die wir längst durchgelesen haben oder Klamotten, die wir nicht mehr tragen. Wir alle besitzen Dinge, die wir nicht benutzen. Zeit, sich von ihnen zu trennen und sie jemandem zu geben, der oder die sie wirklich gebrauchen kann. Für den Transport kann man sich ein Lastenrad mieten.

Aussortieren

Viele meiner ungenutzten Gegenstände verknüpfe ich mit Erinnerungen, und obwohl sie mir Platz und Energie rauben, fällt mir das Aussortieren schwer. Leichter wird es, wenn ich weiß, dass sich jemand anderes über diese Dinge freuen würde. An fast jedem Ort gibt es soziale Einrichtungen, die unsere ungenutzten Sachen gebrauchen können. In Innsbruck gibt es den sozial-ökonomischen Indoor-Flohmarkt Horuck. Seit über 35 Jahren werden dort aussortierte Dingen hergerichtet und verkauft. Dabei werden Arbeitsplätze geschaffen für Menschen, die sonst auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Ich bin überzeugt: Hier sind meine ungenutzten Sachen gut aufgehoben. Jetzt brauche ich nur noch eine günstige Transportmöglichkeit.

Umzugskarton in der Transportwanne des Lastenrads
In die Transportwanne würden sogar zwei der Umzugskartons passen. © Felix Strohbach

Lastenrad mieten

Für Wohnungsräumungen, Umzüge, große Möbelstücke oder umfangreiche Entrümpelungen übernimmt das Team von Horuck gegen Geld den Transport. Meine ausgemisteten Sachen passen in einen Umzugskarton und eine Tasche, deshalb will ich sie selbst vorbeibringen. Ein Auto besitze ich nicht und mieten möchte ich für diese kurze Strecke auch keins. (Auch interessant: Fahrzeuge mieten statt kaufen)

Zum Glück gibt es günstige Alternativen. In Innsbruck gibt es den kostenlosen Lastenradverleih Lara, leider waren beide Lastenräder für meinen gewünschten Zeitraum bereits reserviert. Bei einem abendlichen Spaziergang in meiner Nachbarschaft habe ich dann zufällig eine neue Lösung gefunden. An einer Supermarkt-Filiale von T&G gibt es ein hochwertiges Lastenrad von Riese & Müller mit elektrischer Unterstützung für 10 Euro pro Stunde. Bei einem Lebensmitteleinkauf von über 20 Euro kann man das Lastenrad zwei Stunden gratis mieten.

Gutscheinkarte für den Lastenradverleih
Bei einem Lebensmitteleinkauf von über 20 Euro sind zwei Stunden inklusive. © Felix Strohbach

App downloaden und Gutschein eingeben

Um das Lastenrad nutzen zu können, muss ich mir die App von Green4rent herunterladen und eine Zahlungsart angeben. Unter dem Menüpunkt Gutscheine kann ich den Code von meinem Lebensmitteleinkauf bei T&G eingeben und bekomme sofort 20 Euro gutgeschrieben. Jetzt noch einen Zeitraum wählen, das Lastenrad reservieren und die Sachen zusammenpacken.

In der Transportwanne vor dem Lenker hätten zwei gefüllte Umzugskartons Platz. Für meine Sachen reicht es also locker. Via App entriegele ich das Schloss am Hinterrad und setze mich auf den komfortablen Sattel.

Über die App von Green4rent kann man das Lastenrad reservieren und entsperren. © Felix Strohbach

Elektrische Unterstützung

Zwischen den Füßen sitzen ein Akkublock und ein Elektromotor. Über die Plus- und Minus-Tasten kann ich den Grad der elektrischen Unterstützung einstellen. Beim gedrückt halten der Tasten kann ich das Fahrradlicht ein- und ausschalten. Der Fahrradtacho zeigt den Fahrmodus, den Akkustand und die Geschwindigkeit.

Sobald ich in die Pedalen trete, beschleunigt das Lastenrad zügig auf 25 km/h. Dank des langen Radstands fühlt sich das auf der Geraden angenehm und stabil an. Nur bei sehr engen Kurven oder beim Wenden wird die Länge des Lastenrads zur Herausforderung. Zum Glück geht es die meiste Zeit geradeaus am Inn entlang. Nach knapp zehn Minuten erreiche ich den vier Kilometer entfernten Indoor-Flohmarkt Horuck. Alles ohne Schweiß und brennenden Waden.

Fahrradtacho am Lenker des Lastenrads
Über die Tasten kann man die elektrische Unterstützung anpassen. © Felix Strohbach

Sachen spenden

Am Eingang werde ich freundlich von einer Mitarbeiterin begrüßt und bekomme ein rotes Band zum Umhängen. Damit kontrollieren sie die maximale Personenzahl während der COVID-19-Pandemie. Die Mitarbeiterin begleitet mich ein Stück und zeigt mir, wo ich meine Sachen abgeben kann. Dort begrüßt mich bereits die nächste Mitarbeiterin und nimmt mir dankend alle Sachen ab. Sie werden jetzt begutachtet, hergerichtet, einsortiert und mit einem Preisschild versehen.

Als Dankeschön bekomme ich einen zehn Prozent Rabattgutschein für meinen nächsten Einkauf. Hier gibt es fast alles: Möbel, Fernseher, Lampen, Klamotten, Haushaltsgeräte, Geschirr, Skiausrüstung und Bücher. Mit jedem Einkauf und jeder Sachspende unterstützt man das sozial-ökonomische Unternehmen.

Rabattgutschein als Dankeschön
Zehn Prozent Rabatt auf den nächsten Einkauf bekommt man als Dankeschön für eine Sachspende. © Felix Strohbach

Erleichtert schwinge ich mich wieder auf das Lastenrad und fahre am Inn entlang zurück. Diese Win-Win-Situation fühlt sich gut an. Meine ungenutzten Sachen nehmen mir zu Hause keinen Platz mehr weg und im besten Fall bringen meine Sachen dem Indoor-Flohmarkt Geld ein, mit dem er auch weiterhin Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen schaffen kann. Und ganz nebenbei habe ich ein elektrisches Lastenrad getestet.

Das Lastenrad vor dem Indoor-Flohmarkt
Parkplätze gibt es am Indoor-Flohmarkt genug, vor allem für Fahrräder. © Felix Strohbach

Disclaimer:
Weder das Unternehmen T&G noch der Indoor-Flohmarkt Horuck hatten Einfluss auf diesen Beitrag. Es handelt sich nicht um ein Advertorial oder einen bezahlten Beitrag.

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