Das Solarauto von Aptera Motors von vorne
© Felix J. Strohbach

Erste Fahrt im Solarauto von Aptera Motors

Sonnenstrom kommt bisher vor allem von großen Solarparks und Hausdächern. Auf Fahrzeugen sind Solarpaneele zuletzt sogar seltener geworden. Hyundai hat das optionale Solardach für den IONIQ 5 wieder aus dem Programm genommen, und vielversprechende Solarauto-Start-ups wie Lightyear oder Sono Motors sind insolvent gegangen. Nur ein Fahrzeug hat bislang durchgehalten: Das Solarauto von Aptera Motors aus Kalifornien. 2025 soll die Produktion anlaufen. Ich durfte für eine Fahrt im neuesten Prototyp an der Westküste der USA auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Doch bevor ich einsteigen konnte, musste ich kräftig anklopfen.

Autor Felix J. Strohbach neben dem Solarauto von Aptera Motors
Ich, bei meiner ersten Mitfahrt im sonnigen Kalifornien. © Chris McCammon

Sonne tanken im Solarauto von Aptera Motors

Bei keinem Hersteller gibt es so viel Außergewöhnliches zu entdecken, wie bei Aptera Motors. Die beiden Vorderreifen links und rechts der Fahrgastzelle liegen unter separaten Verschalungen. Solarzellen ziehen sich von der Spitze über das Dach bis zum Heck der stromlinienförmigen Karosserie. Nur Türgriffe gibt es keine. Ich suche Rat bei Chris McCammon, dem Content-Manager bei Aptera. Grinsend führt er mich zum Fahrzeug und klopft auf das Aptera-Logo, das am rechten oberen Rand der Fahrertür leuchtet. Es macht „klick“ und schon stemmen Gasfedern die Tür nach oben. Auch der Kofferraum reagiert auf ein energisches Klopfen. Zweimal kurz hintereinander. Nach ein paar Anläufen habe ich es raus. Ich steige ein und ziehe die Flügeltür hinter mir zu.

Der Innenraum des Solarautos von Aptera Motors
Bis auf die Mittelkonsole soll das Cockpit im Serienfahrzeug genauso aussehen. © Felix J. Strohbach

Im Innenraum erwartet mich ein großer horizontaler Touchscreen und ein halbes Lenkrad. Statt eines Tachos zeigt der Bildschirm über dem Lenkrad die Perspektive der beiden Seitenspiegel und macht sie damit überflüssig. Auf den beiden Pedalen stehen ein rotes Minus für die Bremse und ein grünes Plus zum Beschleunigen. Treten darf ich sie leider nicht, das dürfen nur die Mitarbeitenden von Aptera. Chris McCammon tritt ins Fahrpedal und wirft uns in die gepolsterten Schalensitze. An der nächsten Kreuzung steigt er in die Eisen, lenkt scharf nach rechts und beschleunigt wieder. Das Fahrzeug bleibt stabil. Dass es nur drei Räder hat, fällt mir während der Fahrt nicht negativ auf.

Bildschirm im Solarauto von Aptera Motors
Sobald man mit dem Solarauto von Aptera Motors ins Tageslicht fährt, wird der Akku geladen. © Felix J. Strohbach

Die Sonne steht fast im Zenit und der Asphalt ist warm. Auf dem zentralen Touchscreen sehe ich, wie 224 Watt über die Solarpaneele auf dem Dach, der Frontschürze und der Armatur in den Akku fließen. Bei der „Launch Edition“ werden dann auch die Solarzellen auf der langgezogenen Heckklappe funktionieren. Das sogenannte „Never-Charge-Solar-Package“ soll mit maximal 700 Watt bis zu 60 zusätzliche Kilometer Reichweite am Tag nur durch die Sonne dazugewinnen. Je nachdem, an welchem Ort man lebt und wie viele Kilometer man am Tag fährt, werden Ladestationen zumindest im Alltag überflüssig.

Felix j. Strohbach neben dem Solarauto von Aptera Motors von vorne
Wenn alles klappt, soll 2025 mit der Produktion des Solarautos begonnen werden. Ich hoffe, dass die Fahrzeuge dann auch bald nach Deutschland kommen. © Chris McCammon

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Das war nur ein Textauszug. In der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins arrive stellen wir das Solarauto von Aptera Motors noch ausführlicher vor, führen ein Interview mit dem CEO und zeigen, was wir von anderen Herstellern in Sachen Solarmobilität erwarten können. Zum ePaper!

Die Printausgabe findet ihr ab dem 12. Dezember 2024 am Kiosk.

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