Autor Felix Strohbach neben dem Volvo C40 Recharge
© Ruth de Carné

Verbrenner-Aus bei Volvo

Verbrenner-Aus 2030. Neben dem Stellantis-Konzern wird auch Volvo ab Ende des Jahrzehnts in Europa nur noch Elektroautos verkaufen. Dafür sind beide dieses Jahr aus dem Lobbyverband der europäischen Autohersteller ACEA ausgestiegen, weil dieser sich nicht Mal auf einen Ausstieg bis 2035 einigen konnte. Wir sind mit dem vollelektrischen C40 zu Volvos Hauptsitz ins 900 Kilometer entfernte Göteborg gefahren und haben einen Blick in die elektrische Vergangenheit und Zukunft der Marke geworfen.

Aufbruch nach Skandinavien

Die Straßenlaternen leuchten noch und der Tau rinnt über die Windschutzscheibe, als wir die letzten Taschen im Auto verstauen. Von unserem frühen Start versprechen wir uns freie Autobahnen und Ladestationen. Wir wollen heute fast 600 Kilometer schaffen und nachmittags entspannt unser erstes Etappenziel erreichen: Kopenhagen, die Fahrrad-Hauptstadt Europas. Darauf sind wir bestens vorbereitet, denn im Kofferraum liegen zwei elektrische Falträder der britischen Marke Brompton. Doch bevor wir uns auf die Sättel schwingen können, müssen wir über die deutsche Autobahn.

Volvo C40 Recharge im schwedischen Skagen
Volvos Zukunft ist elektrisch. Mit dem vollelektrischen C40 Recharge sind wir von Bremen bis nach Göteborg gefahren. © Felix Strohbach

Verbrenner-Aus, Tempolimits und Fahrrad-Highways

Spätestens als wir die Grenze zu Dänemark überfahren, werden die Motorleistung und die Höchstgeschwindigkeit des Volvo C40 überflüssig. Die meiste Zeit gilt Tempo 110 oder 130 und alle fahren deutlich entspannter als in Deutschland. Das könnte neben den teuren Strafen für Geschwindigkeitsverstöße auch am hohen Elektroautoanteil liegen. Vor allem Volvos eigenständige Tochtermarke Polestar ist hier stark vertreten, das wird uns auch in Dänemarks Hauptstadt klar. Nachdem wir die Storebæltsbrücke überquert haben und nachmittags in Kopenhagen ankommen, parken wir das Auto in einer zentral gelegenen Tiefgarage. Dort kann es laden und steht niemandem im Weg. Kofferraum auf, Falträder raus. Ab jetzt fahren wir auf zwei Rädern weiter. (Auch interessant: Grüne Wege – Auf dem Fahrrad durch Berlin)

Autor Felix Strohbach mit einem Faltrad in Kopenhagen
Während das E-Auto in einer Tiefgarage lädt, radeln wir mit Falträdern der Marke Brompton durch die Stadt. © Ruth de Carné

Weiter durchs Land der Volvos

Je näher wir Göteborg kommen, desto höher wird die Volvo-Dichte. Nur vereinzelt verstecken sich andere Automarken zwischen den kantigen Karossen. 2010 wurde Volvo Cars vom chinesischen Geely-Konzern aufgekauft, trotzdem werden die Fahrzeuge für Europa weiterhin in Schweden entwickelt und zum Teil auch dort gefertigt. Darauf sind die Menschen hier sichtlich stolz, durch die angestrebte Vorreiterrolle bei der Elektromobilität könnte sich das noch verstärken. Bereits vor über einem Jahrzehnt hat der Autohersteller mit der Elektrifizierung begonnen. 2009 nahm Volvo den Testbetrieb einer elektrifizierten Version des Kompaktmodells C30 auf. Ein 24-kWh-Akku mit Lithium-Ionen sollte damals bis zu 150 Kilometer Reichweite ermöglichen. Leider blieb es bei einer kleinen internen Testflotte. Wir konnten trotzdem eins dieser Fahrzeuge Probe fahren.

Autor Felix Strohbach mit Ladekabel am Volvo C30 electric
Auch heute noch wäre der Volvo C30 electric ein gelungenes Pendlerfahrzeug für den Alltag. © Ruth de Carné

Die komplette Geschichte zu Volvos elektrischer Vergangenheit und Zukunft inklusive Roadtrip durch Skandinavien steht im Printmagazin arrive. Hier geht es direkt zum Abo! oder zum ePaper.

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