Shary Reeves mit Felix Strohbach an einer Ladestation
© Ruth de Carné

An der Ladestation mit Shary Reeves von Wissen macht Ah!

Sie ist Schauspielerin, Moderatorin, Buchautorin, Produzentin und Ex-Fußballprofi. Außerdem gehörte sie mit ihren Geschwistern unter dem Bandnamen 4 Reeves zu den WegbereiterInnen des deutschen HipHops. Viele kennen Shary aber vor allem als Moderatorin von Wissen macht Ah!, wo sie gemeinsam mit Ralph Caspars auf dem Kinderkanal (KIKA) die Phänomene dieser Welt erklärte. Heute gehören nicht mehr nur Kinder und Jugendliche zu ihrer Zielgruppe und sie befasst sich auch mit dem Thema Elektromobilität.

Interview mit Shary Reeves

Bereits 2019 hast Du mit dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) eine Aufklärungskampagne zum Thema Elektromobilität gestartet. In mehreren Videos erklärst Du zum Beispiel wie dreiphasiges Laden funktioniert oder wie Elektroautos sich auf unser Stromnetz auswirken. Was macht die Elektromobilität für Dich so interessant?

Shary: Ich hoffe, dass wir durch die Elektromobilität wieder ein Bewusstsein für Grenzen entwickeln. Man kann hier nicht einfach noch mehr Öl verbrennen und noch schneller fahren, sondern man muss bewusster handeln und sich mit den eigenen Auswirkungen auf das Klima und sein Umfeld auseinandersetzen. Und darum habe ich mich damals schon dafür eingesetzt.

Shary Reeves an der Ladestation
Shary Reeves sieht in der Elektromobilität viele Chancen, deshalb fährt sie auch selbst elektrisch. © Felix Strohbach

Welche Mobilitätsbedürfnisse hast Du persönlich? Wie viele Kilometer legst Du zum Beispiel täglich mit dem Auto zurück?

Shary: Abgesehen von beruflichen Fahrten zwischen Köln und Berlin, steht mein Auto tatsächlich die meiste Zeit in der Garage. Ich habe mir jetzt ein E-Bike geholt und vorher war ich mit der Straßenbahn unterwegs. Mir fällt es relativ leicht auf mein Auto zu verzichten. Jetzt bin ich aber auch nicht mehr ganz so jung. Ich hatte bereits Zeit, meine Freiheiten zu nutzen und kann deshalb heute auch Mal auf etwas verzichten. Ich verstehe aber total, wenn sich jüngere Menschen damit schwertun, weil sie diese Zeit eben noch nicht hatten. Die wachsen mit dieser gefühlten grenzenlosen Freiheit auf und sollen sich jetzt plötzlich einschränken. Davon wieder runterzukommen ist gar nicht so leicht.

Was bräuchte es Deiner Meinung nach, um unsere Mobilität und unser Leben in Zukunft nachhaltiger zu gestalten?

Shary: Ich glaube an einer Transformation kommen wir gar nicht mehr vorbei. Wir erleben das gerade am Beispiel des schrecklichen Kriegs in der Ukraine. Verknappungen von Dingen und Preissteigerungen werden in Zukunft wieder mehr zu unserem Alltag gehören. Wir werden dadurch automatisch wieder lernen auf Dinge zu verzichten. Das geht gar nicht anders.

Shary Reeves mit dem Cover des arrive-Magazin
Während unsere Elektroautos geladen haben, konnten wir uns ausführlich unterhalten. © Felix Strohbach

Shary Reeves: „E-Mobilität ist eine gute Erziehungsmethode“

Nicht nur wegen den hohen Benzinpreisen, ist die Elektromobilität dafür ein guter Kompromiss, oder?

Ich würde es so formulieren: Elektromobilität ist eine gute Erziehungsmethode. Wir lernen ein Stück weit zu verzichten und wir lernen wieder geduldiger zu sein. Ob das bei der Auslieferung von Fahrzeugen oder beim Aufladen ist. Das ist ein bisschen so, wie bei „Wissen macht Ah!“. Wir haben Mal ein Rezept für Hamburger präsentiert, auf dem zwischen den Buletten auch Salat und Gemüse war. Die Menschen haben gar nicht gemerkt, dass sie dadurch nebenher auch etwas Gesundes gegessen haben. Bei der Elektromobilität ist es ähnlich. Sie beeinflusst unser Verhalten ohne, das wir es so richtig merken und sie ist eine gute Alternative zu Verboten. Die Kommunikation zu diesem Thema ist dabei entscheidend, denn alles ist eine Frage der Formulierung. Die Menschen sollen nicht das Gefühl haben, dass sie das tun müssen, weil alles andere verboten ist, sondern weil es die bessere Alternative ist.

Du liest lieber offline? Das komplette Interview gibt’s im Printmagazin arrive. Hier geht es direkt zum Abo! oder zum ePaper.

cover der arrive-Ausgabe 04 2022
Die arrive Ausgabe 04 2022 mit dem Titelthema "Reichweite".
Sänger Wincent Weiss springt von einer Mauer neben dem ID. Buzz
Am Wochenende
Felix J. Strohbach

Ladepause mit Wincent Weiss

Sänger Wincent Weiß ist ständig auf dem Sprung. Auch wenn er ein Fan von lauten Verbrennungsmotoren ist hat er die Elektromobilität für sich entdeckt. Warum? Das hat er mir in einer Ladepause verraten.

Das Microcar Biró vor einem See, ist eine Renault Twizy Alternative
Im Alltag
Felix J. Strohbach

Das Microcar Biró als Renault Twizy Alternative

Platz ist Mangelware in den meisten europäischen Städten. Wer sich die Parkplatzsuche sparen und trotzdem unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben möchte, schwingt sich aufs Fahrrad. Außer es regnet. Bei schlechtem Wetter ermöglichen elektrische Leichtfahrzeuge wie der Birò einen Kompromiss.

Schwarzer Tesla auf einer Bergstraße aus fahrendem Auto fotografiert.
Im Urlaub
Felix J. Strohbach

Leise durch die Dolomiten

Auf kurvigen Straßen in den Dolomiten beginnt für viele Deutsche und Österreicher der Sommerurlaub. Über 33 Millionen Touristen kommen jedes Jahr nach Südtirol, viele davon mit dem Auto. Sie bringen nicht nur Geld, sondern auch Lärm und Abgase in die Region. Die Initiatoren der ECOdolomites wollen mit Hilfe der Elektromobilität zeigen, dass es auch anders geht.

Junge Frau mit dem Fahrrad-Airbag um den Hals
Im Alltag
Ruth de Carné

Airbag statt Helm: Der Hövding 3

Alltagstest: Mit dem Hövding sitzt die Frisur und der Fahrrad-Airbag ist sogar sicherer als ein normaler Helm.

Generation Z: Autor Felix Strohbach im fliegenden Meditationssitz neben einem E-Auto
Im Urlaub
Felix J. Strohbach

Generation Z(en): Wir fahren anders Auto

Die Generation Z, so sagt man, würde Technologien wie Internet und Smartphone intuitiver beherrschen als alle vorherigen Generationen, weil sie von Beginn an damit aufgewachsen ist. Als Teil dieser Generation würde ich sogar behaupten, dass wir eine andere Einstellung zum Autofahren haben. Eine entspanntere.