Felix Strohbach neben dem Cupra Born
© Ruth de Carné

Im Cupra Born von Bremen nach Innsbruck

Urlaub mit dem Elektroauto klingt für die Mehrheit der Deutschen immer noch utopisch. Wir wollten es wissen und sind im Cupra Born 800 Kilometer von Bremen nach Innsbruck gefahren. Drei kurze Ladestopps hätten dem Fahrzeug gereicht, unser Bedürfnis nach Schlaf verlangte nach einer längeren Pause.

Langstrecke im Kleinwagen Cupra Born

Direkt nach Feierabend sind wir Richtung Innsbruck aufgebrochen, um so viele Kilometer zu schaffen wie möglich, bevor uns die Müdigkeit einholt. Nach einem halbstündigen Ladestopp an der A7 bei Göttingen überqueren wir die Landesgrenze zu Hessen. Reichweite hätten wir noch genug, aber der Müdigkeitswarner hat bereits zweimal angeschlagen und hungrig sind wir auch. Bei Kirchheim entscheiden wir uns für eine Übernachtung in einer kleinen Pension mit Ladestation in Autobahnnähe. Der Urlaub soll schließlich so angenehm wie möglich beginnen.

Cupra Born an der Schnellladestation
Kurzer Ladestopp an der Autobahn. In 35 Minuten geht es von fünf auf 80 Prozent. © Felix Strohbach

Ausgeschlafen und vollgeladen

Am nächsten Morgen steigen wir ausgeruht in den vollgeladenen Cupra Born und surren mit voller Konzentration weiter gen Süden. Noch ist die Autobahn frei und wir können, abgesehen von den vielen Baustellen, streckenweise schneller als Richtgeschwindigkeit fahren. Erst kurz vor Nürnberg fällt der Akkustand unter 20 Prozent. Wir rollen unter das große Solardach einer Schnellladestation und pumpen für etwa eine halbe Stunde so viel Strom in den Akku wie möglich. Neben uns ist nur eine der insgesamt 22 Ladestationen belegt. Bei einem Akkustand von 83 Prozent nabeln wir uns wieder ab und fahren schon bald auf die A9 Richtung München.

Dank Tempomat und adaptivem Abstandshalter gleiten wir entspannt über die mittlere Spur. Leider lässt sich der Tempomat nur in Zehnerschritten über Touch-Tasten am Lenkrad verstellen und der Spurhalteassistent piepst und meckert fast jedes Mal, wenn wir in eine Baustelle fahren. Davon abgesehen bringt uns der Cupra Born komfortabel zu unserem letzten geplanten Ladestopp kurz vor München. Als wir die im Kreis angeordneten Ladestationen an der Raststätte Fürholzen ansteuern, ist kein weiteres Elektroauto zu sehen. Allein bleiben wir trotzdem nicht.

Cupra Born neben einem Windrad in der Abenddämmerung
Während wir im Norden von Deutschland durch riesige Windrad-Felder gefahren sind, haben wir in Bayern kaum welche gesehen. © Felix Strohbach

Spontanes Interview an der Ladestation

Kaum steckt der CCS-Stecker im Auto, laufen drei Personen auf uns zu. Eine hat offensichtlich schweres Equipment vor der Brust, eine trägt dunkle Bügelkopfhörer und die dritte hält ein hellblaues Mikrofon mit dem Logo des Bayerischen Rundfunks in der Hand. „Hallo dürften wir Ihnen ein paar Fragen stellen?“, ruft uns der Mann mit dem Mikrofon zu, noch bevor er unser Fahrzeug erreicht.

„Die EU-Kommission hat sich heute für ein Verbrenner-Aus bei Neuwagen ab dem Jahr 2035 ausgesprochen, was halten Sie davon?“ Neben unserer Meinung dazu, wollte das Fernsehteam auch wissen, ob es nicht unglaublich mühsam wäre, mit dem Elektroauto so weite Strecken zu fahren und ob die Ladestationen nicht jetzt schon völlig überlaufen wären. Unsere Antwort: „Schauen Sie sich um, wir sind hier allein. Das größere Problem ist eher, dass manche Ladestationen nicht funktionieren.“ Während des Interviews mussten wir den Cupra Born einmal umparken und an die freie Ladestation daneben anschließen, weil die Erste defekt war. Nachdem Interview haben wir dem Reporter noch eine arrive-Ausgabe in die Hand gedrückt und uns zum Mittagessen in die Raststätte verabschiedet. Den TV-Beitrag des Bayerischen Rundfunk „Geteiltes Echo auf Verbrenner-Verbot“ vom 9. Juni 2022 findet man noch bis Juni 2023 in der ARD-Mediathek.

Wie ist der Rest des Roadtrips gelaufen? Die komplette Geschichte inklusive technischer Daten zum Fahrzeug steht im Printmagazin arrive. Hier geht es direkt zum Abo! oder zum ePaper.

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