Das Microcar Biró vor einem See, ist eine Renault Twizy Alternative
© Felix Strohbach

Das Microcar Biró als Renault Twizy Alternative

Dieses Fahrzeug könnte eine Renault Twizy Alternative sein. In Amsterdam, Tokio und Rom steht es bereits häufig neben Fahrrädern auf dem Gehweg und auch in Kitzbühel gehört das Microcar Birò mittlerweile zum Stadtbild. Wir waren mit der größten und schnellsten Version dem Biró Big im österreichischen Wintersportort unterwegs.

Platz ist Mangelware in den meisten europäischen Städten. Wer sich die Parkplatzsuche sparen und trotzdem unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben möchte, schwingt sich aufs Fahrrad. Außer es regnet. Bei schlechtem Wetter ermöglichen elektrische Leichtfahrzeuge wie der Birò oder der Renault Twizy einen Kompromiss. Sie bieten Platz für zwei Personen und Schutz bei jedem Wetter. Naja, beim Twizy kann es seitlich reinregnen, aber im Biró bleibt man trocken, egal von welcher Seite der Regen kommt.

Renault Twizy Alternative mit vollem Wetterschutz

Nur bei Sonnenschein wird es im Biró schnell zu warm. Durch die Kunststoffscheiben an allen Seiten hat man einen guten Rundum-Blick, aber das elektrische Leichtfahrzeug wird zum rollenden Treibhaus. Zum Glück kann man über einen einfachen Mechanismus das Dach nach oben klappen. Sofort strömt der kühlende Fahrtwind in den Innenraum und bläst die Schweißperlen wieder von der Stirn.

Autor Felix Strohbach schaut durch das aufgeklappte Dach
Mit einem Handgriff lässt sich das Dach nach vorne aufklappen. © Ruth de Carné

Praktisches Leichtfahrzeug mit Schwächen im Detail

Die nach vorne öffnenden Seitentüren sind durchaus alltagstauglich, wenn dabei nicht die Seitenspiegel im Weg wären. Je nachdem, wie sie eingestellt sind, behindern sie die Türen und müssen händisch verstellt werden. Sind die Türen einmal offen, kann man bequem einsteigen. Zu zweit nebeneinander ist es schon recht kuschelig auf den engen Sitzen. Die Beine passen geradeso rechts und links am fast waagerechten Lenkrad vorbei. Mit 1,80 Metern Länge und 1,56 Metern Höhe ist der Birò fast ein Würfel, dafür ist die Straßenlage ok. Mit 60 km/h um die Kurve ist trotzdem abenteuerlich und Bodenwellen sollte man besser ausweichen. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man im kleinsten LKW der Welt fahren und das ohne Stoßdämpfer. Für kurze Wege in der Stadt oder von Dorf zu Dorf ist das machbar, längere Strecken lässt die Reichweite sowieso nicht zu. (Auch interessant: Elektrischer Kabinenroller Carver im Test)

Autor Felix Strohbach im Biró mit geöffneter Seitentür
Beim Renault Twizy öffnen die Türen nach oben, hier nach hinten. © Ruth de Carné

Maximal 60 km/h und 100 Kilometer Reichweite

Im Verkehrstreiben in und um Kitzbühel reichen die 60 km/h Höchstgeschwindigkeit locker aus. Zum Verkehrshindernis für andere wird man nicht. Auch die Reichweite ist mit bis zu 100 Kilometer innerorts völlig ok. Geladen wird an der Haushaltssteckdose am besten übernacht, der Akku kann dafür herausgenommen und wie ein Reisekoffer gerollt werden.

Egal ob mit Freunden, Nachbarn oder der ganzen Stadt. Der Birò eignet sich nicht nur zum gemeinsamen Cruisen, sondern auch für Fahrzeug-Sharing, denn dafür ist bereits alles vorbereitet. Über eine Plastikkarte und einen Sensor an der Windschutzscheibe lassen sich die Türen von außen entriegeln. Einfach dranhalten und Tür öffnen. Danach muss die Karte hinter den Sensor im Innenraum gesteckt werden und schon ist das Fahrzeug fahrbereit. So können alle, die zur Sharing-Gemeinschaft gehören und eine solche Karte besitzen, ohne Schlüssel einsteigen und losfahren. Diese Eigenschaft hebt ihn von vergleichbaren Fahrzeugen, wie dem Renault Twizy oder dem Opel Rocks-e ab.

Das Microcar Biró seitlich vor einem See,
© Felix Strohbach

Fazit: Ist der Biró eine Renault Twizy Alternative?

Für den Weg zum Dorfbäcker oder zur Apotheke in die Altstadt ist dieses elektrische Leichtfahrzeug optimal. Bei Regen kommt man trocken an und bei Sonnenschein klappt man das Dach nach oben. Im Birò werden alle wichtigen Prinzipien der zukunftsfähigen Mobilität vereint. Er fährt abgasfrei, braucht wenig Parkplatz und er lässt sich einfach mit anderen Menschen teilen. In der 45-km/h-Variante darf der Birò sogar mit dem deutschen Rollerführerschein (AM) ab 15 Jahren gefahren werden. Für die schnellere Variante ist der Autoführerschein (B1) nötig, auch wenn der Biró offiziell nicht als Auto, sondern als elektrisches Leichtfahrzeug zugelassen ist. Genau das macht ihn zum perfekten Stadtauto und zu einer wetterfesten, wenn auch etwas langsameren Alternative für den Renault Twizy.

Du liest lieber offline? Den kompletten Beitrag gibt’s im Printmagazin arrive. Hier geht es direkt zum Abo! oder zum ePaper.

cover der arrive-Ausgabe 04 2022
Die arrive Ausgabe 04 2022 mit dem Titelthema "Reichweite".

Technische Daten – Birò

Antrieb
Heckantrieb
Maximale Leistung
3,8 kW
Höchstgeschwindigkeit
45 km/h (L6e)
60 km/h (als L7e)
Gewicht
348 kg
Maximale Reichweite
100 km
Verbrauch
ca. 5,5 kWh/ 100 km
Akkukapazität
5,5 kWh
Max. Ladeleistung
1 kW AC (Schuko)
Einstiegspreis
10.710 Euro
Preis Testfahrzeug
14.280 Euro

Disclaimer: Das Fahrzeug wurde mir vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt, die Stromkosten habe ich selbst getragen. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf diesen Beitrag.

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on telegram
Share on whatsapp
Vögel am wolkenlosen Himmel
Am Wochenende
Felix J. Strohbach

Ein Morgen ohne Donner

Warmes Licht dringt durch die Gardinen und eine frische Brise weht durch die offene Balkontür. Normalerweise werde ich jeden Tag vom Donnern des ersten Flugzeugs

Seitenspiegel mit Sonnenuntergang
Im Alltag
Felix J. Strohbach

Zwölf elektrische Fahrzeuge, die mich 2021 bewegt haben

Die meisten elektrischen Fahrzeuge wiegen über zwei Tonnen und kosten deutlich mehr als 50.000 Euro. Hier sind zwölf elektrische Fahrzeuge, die sich dem SUV-Trend entgegen stellen. Sie kosten alle unter 40.000 Euro und wiegen weniger als zwei Tonnen.

Blick aufs Meer aus dem Zug
Im Urlaub
Petra Daisenberger

Übernacht von den Bergen ans Meer

Einmal mit dem Nachtzug von Oberbayern nach Sylt und zurück. Was bis vor wenigen Wochen keine großartige Sache zu sein schien, hat sich durch die Covid19 Pandemie deutlich verändert. Und dann doch nicht so sehr.

Lucas Hernandez im Gespräch mit Felix Strohbach
Am Wochenende
Felix J. Strohbach

Lucas Hernández: Vom Petrol-Head zum Elektro-Fan

Seit über zehn Jahren ist Audi offizieller Sponsor des FC Bayern München. Das komplette Team wird mit Fahrzeugen der Marke ausgestattet. Immer mehr entscheiden sich für ein Elektroauto, auch Abwehrspieler Lucas Hernández. Woran liegt das?

Autor Felix Strohbach im elektrischen Cabrio Smart
Am Wochenende
Felix J. Strohbach

Carsharing: Elektrische Cabrios fürs Wochenende

Wenn der Asphalt wieder flimmert und die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern, dann ist es Zeit, das Targadach abzunehmen oder das Stoffverdeck nach hinten zu klappen. Carsharing mit elektrischen Cabrios macht das für jeden möglich.