Verschränkte Füße mit weißen Socken mit grünen Streifen
© Felix Strohbach

Schwerelose Mobilität 7/10: Weniger unterwegs sein

In der Früh zu Arbeit, abends zum Einkaufen, nach Hause und weiter zum Sport. Je mehr und weiter unsere täglichen Wege sind, desto anstrengender wird es. Dasselbe gilt für Wochenenden und Urlaube. Angenehmer und schwereloser wird es, wenn wir weniger unterwegs sind.

Sonnenbrille im Gesicht, eine Hand am Lenkrad und auf dem Beifahrersitz die Lieblingsperson. Die Straße ist frei und aus dem Autoradio schallt in voller Lautstärke: „…I would walk 500 miles, and I would walk 500 more…“. Dieses romantisierte Bild eines Roadtrips zerspringt spätestens, wenn die Radiomoderation den 15 Kilometer langen Feierabendstau ankündigt. Selten sind lange oder regelmäßige Fahrten mit dem Auto eine Zeit zum Entspannen.

Eine Tafel Schokolade mit der Aufschrift: "Danke fürs Öffi fahren"
Im Eurocity zwischen Innsbruck und Bozen kann ich die Füße hoch legen und bekomme als Dankeschön manchmal eine Schokolade. © Felix Strohbach

Das Fahren lassen

Jede Reise wird angenehmer, sobald wir nicht mehr selbst am Steuer sitzen und uns stattdessen fahren lassen. Gerade für die alltäglichen Wege zur Arbeit oder zur Schule können die Fahrten mit dem eigenen Auto unsere Nerven strapazieren. Ungeduldige AutofahrerInnen im Rückspiegel, ungünstige Ampelschaltungen und die Parkplatzsuche sind nur eine kleine Auswahl der täglichen Stressquellen. Im Zug oder in der Straßenbahn kann man diese Zeit angenehmer verbringen, noch unbeschwerter ist es insgesamt weniger unterwegs zu sein. (Auch interessant: Übernacht von den Bergen ans Meer)

Virtuell unterwegs sein

Kaum jemand ist während dieser Pandemie nicht in den Genuss von Homeoffice gekommen. Auch stundenlange Videogespräche sind zermürbend, immerhin kann man sich danach in bequemen Klamotten auf der eigenen Couch ausruhen. Nicht jeder oder jede möchte oder kann jeden Tag von zu Hause arbeiten, aber zwei Tage in der Woche klingt für die meisten nach einer machbaren Erleichterung. Virtuelle statt analoger Treffen bedeuten weniger Kilometer auf der Straße und mehr Zeit zu Hause. Mit einer VR-Brille kann man heute sogar virtuell vom Wohnzimmer aus an ferne Orte reisen, zum Beispiel in die Antarktis oder nach Machu Picchu.

Blick aus dem Kanu auf die Eisberge
Das virtuelle Abenteuer beginnt in einem gelben Kanu. © Oculus VR Ireland Limited

Fazit: Weniger unterwegs sein

Nicht alles kann virtuell und zu Hause erledigt werden und nicht alle Arbeitsplätze sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Kompromisse sind fast überall möglich. Zwei Tage Homeoffice oder zwei Mal die Woche mit der Fahrgemeinschaft zur Arbeit könnten ein Anfang sein. Je weniger wir unterwegs sind, desto schwereloser wird unsere Mobilität für uns und unsere Umwelt.

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