© Felix Strohbach

Halb Auto, halb Fahrrad: Acht Velomobile mit Elektromotor

Leichter als ein Auto und komfortabler als ein Fahrrad. Velomobile könnten die Zukunft unserer Mobilität sein. Diese Modelle solltet Ihr kennen.

Im Sommer ist das Fahrrad eine bewährte Alternative zum Auto. Es kostet keinen Sprit, wir finden überall einen Parkplatz und der warme Fahrtwind ist angenehmer als die Klimaanlage. Sobald es aber regnet, wird Fahrradfahren unangenehm. Eine Kombination aus Auto und Fahrrad könnte die Lösung sein. Ein Fahrzeug mit Pedalen, das wenig Platz braucht und uns vor Wind, Wetter und Viren schützt: Ein Velomobil.

Meistens sind Velomobile aufwendig konstruierte Einzelstücke für Bastler und Liebhaber. Diese acht Velomobile haben einen Elektromotor und sollen in Serie produziert werden. 

1. Das Podbike

In diesem Jet auf Rädern sitzen die PilotInnen unter einer durchsichtigen Kuppel aus Thermoplastik. Unterhalb des Sitzes ist eine Fahrrad-Lenkstange verbaut, die sich seitlich neben den Beinen bedienen lässt. In einer leicht liegenden Position erreichen die FahrerInnen mit den Füßen die Pedale zwischen den Vorderreifen.

Die Muskelkraft der eigenen Beine wird durch zwei Elektromotoren auf der Hinterachse unterstützt. Damit soll das Podbike bis zu 60 km/h schaffen. In der Pedlec-Variante, mit einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h, darf dieses Velomobil auch auf dem Fahrradweg fahren.

Leichte Materialien und eine minimalistische Ausstattung ermöglichen ein Gesamtgewicht von 60 Kilogramm. Das Podbike kann über die Hinterachse gekippt und in eine senkrechte Position gebracht werden, das spart Platz beim Parken. Das norwegische Start-up Elpedal hat laut eigener Aussage bereits 1.000 Vorbestellung für das Podbike. Dieses Jahr sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden. In Deutschland wird der Preis bei etwa 5.500 Euro liegen.

2. Das mö

© evovelo

Zwei Personen haben im puristischen Innenraum Platz und können nebeneinander in die Pedalen treten. Über den Steuerknüppel zwischen den Sitzen lässt sich das Fahrzeug bedienen: Scheinwerfer, Blinker, Hupe, Gangschaltung und elektrische Unterstützung.

Im Hinterrad ist ein 1500 Watt starker Elektromotor verbaut, der die FahrerInnen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterstützt. Mit den Lithium-Akkus hinterm Sitz und den Solarzellen auf dem Dach, schafft das mö bis zu 70 Kilometer.

Das besteht überwiegend aus Sperrholz-Platten und kratzfesten Plastik-Fenstern. Das mö kann als Baukasten-Set bestellt und ohne Spezialwerkzeuge selbst zusammengebaut werden. Mit der Produktion hat das spanische Unternehmen evovelo Anfang des Jahres begonnen. Es soll unter 5.000 Euro kosten.

3. Der Bio-Hybrid

© Schaeffler

Er hat keine Türen und das Dach verschwindet mit einem Handgriff hinter dem Vordersitz. Der Bio-Hybrid steht auf dünnen 24-Zoll Reifen und bietet Platz für zwei Personen. Der Fahrer oder die Fahrerin nimmt auf einem ergonomischen Sitz platz und steuert den Bio-Hybrid mit einem Fahrradlenker. Unter dem Sitz ist der Akku verbaut, der den Pedal-Antrieb bis zu 50 Kilometer weit unterstützt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h ist dieses Velomobil auf Fahrradwegen erlaubt.

Der Bio-Hybrid ist ein Projekt des deutschen Unternehmens Schaeffler und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Bisher sind eine Passenger-Variante und eine Cargo-Variante geplant. Ende 2020 soll das Velomobil auf den Markt kommen. Der Preis wird zwischen 8.000 und 15.000 Euro liegen und soll das Feld der elektrifizierten Lastenfahrräder aufmischen. (Auch interessant: Kostenlos mit dem Lastenrad durch Innsbruck)

4. Das Veemo

© Veemo

Mit einem Scheibenwischer, elektrischen Fensterhebern und einem Kofferraum. Das Veemo alles was ein Auto braucht, bis auf einen vierter Reifen. Die Fahrerkabine bietet Platz für eine Person und ist vollständig geschlossen. In das Dach ist ein Solarpaneel eingelassen, das zusätzliche Reichweite liefern soll. Zusammen mit der Energierückgewinnung beim Bremsen, dem Pedal-Antrieb und dem Akku schafft das Veemo bis zu 20 Kilometer Reichweite.

Studierende und Angestellte der Britisch Columbia University in Vancouver können die Veemo-Flotte des kanadischen Anbieters Velometro bereits nutzen. Bis Ende des Jahres wird es das Angebot auch in anderen Großstädten Kanadas geben. Zukünftig soll das Veemo weltweit auch zum privaten Kauf angeboten werden.

5. Der neue Messerschmitt Kabinenroller

© IDMOOVE

Zwei Pedalen statt Zweitakt-Motor. Die Neuauflage des Messerschmitt Kabinenroller fährt mit Muskelkraft statt Benzin. Per Fernbedienung hebt sich der komplette obere Teil des Fahrzeugs und öffnet das Cockpit.

Im Innenraum erwartet die PilotInnen ein LCD-Display, USB-Ports und ein Steuerknüppel. Auf der Vorderachse unterstützt ein 350 Watt Elektromotor die Pedalen, je nach Variante bis zu 25 oder 45 km/h. Bis zu zwei Akkus mit jeweils  600 Watt pro Stunde versorgen den Elektromotor, genaue Angaben zur Reichweite und zum Preis macht der Hersteller bisher nicht.

6. Das Qlio-Velo

© Qlio-Velo

Außen 1920, Innen 2020. Bei diesem Velomobil liegen das Design und die Technik 100 Jahre auseinander. Das Qlio Velomobil soll komfortabler und sicherer sein als die Konkurrenz.

Zwei gepolsterte Sitze füllen den Innenraum. Dazu gibt es Gurte, eine Lüftung/Heizung, einen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher und eine Rückfahrkamera. Der Elektromotor soll die Pedalen bis zu 120 Kilometer weit unterstützen.

© Qlio-Velo

Mit maximal 45 km/h kann das Velomobil als Pedelec zugelassen werden. Von 250 Watt bis 1000 Watt wird es vier Motorvarianten geben, die günstigste Variante soll etwa 5.500 Euro kosten. Für den Start der Produktion braucht das Qlio-Team Unterstützung: Zum Crowdfunding.

7. Das PEBL

© better.bike

Scheibenwischer, Tempomat und Hupe. Das PEBL hat eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern, mit elektrischer Unterstützung und wird schneller als 40 km/h. 

Zwei Erwachsene oder ein Erwachsener und zwei Kinder haben hintereinander darin Platz. Mit dem „Full Enclosure Package“ kommt das PEBL mit Regenschutz und Venyl-Fenstern zum zusammenrollen. In der ECO-Variante ist ein Dach mit Solarzellen inklusive. Die günstigste Version des PEBL kostet umgerechnet circa 9.700 Euro.

8. Das Twike

© TWIKE

Dieses Sportfahrzeug gibt es schon seit 1986. Es wurden über 190 Fahrzeuge des Twike 3 ausgeliefert. 2007 erhöhte sich mit der Umrüstung auf Lithium-Akkus die Reichweite deutlich und das Twike schlug sechs Jahre später einen Tesla Roadster im Reichweiten-Duell. Nochmal zwei Jahre später wurde ein neuer Rekord aufgestellt: 613 Kilometer.

Im Innenraum haben zwei Personen Platz. Über einen hölzernen Knüppel zwischen den Sitzen wird das Dreirad gelenkt. Mit der kleinsten Akku Variante  fährt das Twike knapp 100 km/h schnell und schafft bis zu 160 Kilometer. Der Neupreis liegt bei fast 34.000 Euro. 2019 wurde am Genfer Autosalon zum ersten Mal ein Prototyp des neuen Twike 5 vorgestellt. Es soll bis zu 190 km/h schnell fahren, eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen und noch dieses Jahr auf den Markt kommen. (Mehr zum Twike: Robert Kreipl ist schon seit 20 Jahren mit seinem Twike unterwegs.)

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Im Urlaub

Reisen mit dem Twike

Quer durch die Dolomiten, zum Gardasee oder bis nach Nordfriesland. Robert Kreipl war mit seinem 20 Jahre alten Elektrofahrzeug schon im Urlaub, als es noch keine öffentlichen Ladesäulen gab.

Am Wochenende

Kostenlos mit dem Lastenrad durch Innsbruck

Schwere Blumentöpfe oder ausgewachsene Hunde transportieren. Ohne Auto klingt das anstrengend. In Innsbruck kann man sich deshalb kostenlos ein Lastenrad leihen.

Am Wochenende

Mit einer leisen Vespa durch Italien

Verchromte Seitenspiegel und ein großer runder Scheinwerfer: Die Vespa Elettrica bleibt dieser Linie treu, verzichtet aber auf den Gestank von Öl und das Knattern eines Zweitakters.

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Think smaller: 7 Jahre mit dem Twizy

Scherentüren und Kulleraugen. Seit sieben Jahren Fährt Petra ihren Renault Twizy. Das kleine Elektrofahrzeug hat keine Fenster und erregt viel Aufmerksamkeit.

Im Urlaub

Fahrspaß mit 25 km/h

Hellblaues Wasser, frei laufende Zebras und schmale Straßen. Auf einer kleinen Insel vor der istrischen Küste Kroatiens fährt niemand schneller als 25 km/h und davon profitieren alle.

Freie Zeit im Zug
Im Alltag

Endlich unabhängig

Roller mit 16, Auto mit 18 und mit 20 eine BahnCard. Die ersten zwei Schritte gehen viele Dorfkinder. Der letzte Schritt war mein größter Befreiungsschlag.